Bekämpfung der Herkulesstaude 2016

Vereine setzten Kräfte zum Wohl der Wulftener Bevölkerung ein

An diesem Freitagnachmittag trafen sich Mitglieder der Vereine und Verbände aus Wuften zur jährlichen Aktion „Bekämpfung der Herkulesstaude“. Auch der Förderverein Knirpsparade e.V. beteiligte sich, um der Plage Einhalt zu gebieten, die vorzugsweise am Straßenrand oder in Wassernähe gedeihen und somit für Erwachsene aber noch mehr für unsere Kinder eine ernste Gefahr darstellt.

Vor Arbeitsbeginn – Alle sind motiviert!

Vor Arbeitsbeginn – Alle sind motiviert!

Die Gruppe wurde in 4 Teams noch voller Tatendrang aufgeteilt, die das rechte und das linke Ufer der Oder, einmal bis zum Klärwerk, einmal bis zum schwarzen Loch übernahmen. Bevor es richtig zur Sache ging, wurde noch schnell ein Foto geschossen. Mit hilfreicher Einleitung von Dieter Greunig wusste man bald, was einem erwartete. Die Herkulesstaude, anders genannt Riesen-Bärenklau, ist eine echte Gefahr. Um des schönen Doldenblütlers Herr zu werden, muss die Pflanze samt Wurzel gerodet werden. Unter Umständen kann es schon reichen, wenn die Wurzel über mindestens 15 cm aus dem Boden herausgeholt wird. Dabei muss man peinlich darauf achten, dass die Haut zu keinem Zeitpunkt mit irgendeinem Teil der Pflanze in Berührung kommt. Die Pflanzenteile enthalten eine Substanz, die mit der Sonneneinstrahlung extrem stark reagiert und beim Menschen zu Quaddeln und Blasen führt. Diese sind sehr schmerzhaft und brauchen Wochen, um zu heilen. Diese Reaktion kann teilweise sogar dauerhafte Verbrennungen und Narben hinterlassen.

Die Anstrengung kann man am Gesicht ablesen.

Die Anstrengung kann man am Gesicht ablesen.

Um jede Pflanze einzeln zu entfernen, mussten sich der Teilnehmer durch das Naturschutzgebiet schlängeln, was heißt, dass die entsprechenden Stellen keineswegs leicht zugänglich waren. Durch schulterhohe Brennnesseln und über so manche Stolpergefahr wurden insgesamt ca. 950 Stück entfernt. So wird einem klar, dass die jährliche Aktion kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist, wenn wir eines Tages die Herkulesstaude aus Wulften ausrotten wollen. Die Erkundung beider Uferseiten war unter solchen Umstände fast so anstrengend, wie die eigentliche Entfernung der Pflanzen. Mit Ganzkörperschutz und unter einer warmen Sonne konnten wir jedenfalls gut schwitzen und konnten das abendliche Joggen mit gutem Gewissen einmal ausfallen lassen!

Die wohlverdiente Vesper bei bester Laune

Die wohlverdiente Vesper bei bester Laune

Nach 2,5 Stunden konnten die allermeisten Pflanzen entfernt werden. Am Ende mit den Kräften aber zum Glück ohne jegliches Opfer ging es dann für alle in Richtung Gaststätte, wo eine vom NABU Osterode e.V. spendierte Vesper die mutigen Arbeiter erwartete, die den Abend in gemütlicher Atmosphäre ausklingen ließen.

An dieser Stelle möchte ich mich nun bei allen bedanken, die mitgemacht haben. Es war ein sehr schönes (und vor allem aber nützliches) Erlebnis. Danke aber besonders an Frank Berlin (Vereinssprecher, Link zur Seite Vereine und Verbände) für die Organisation und die gute Betreuung der Mannschaft.

Wie kann ich mithelfen?

Wenn Sie keinem Verein angehören und sich dennoch mit Rat und Tat einsetzen können, können Sie sich gern mit dem Förderverein Knirpsparade in Verbindung setzen. Wir werden Ihr Interesse an die nächste Aktion an die Zuständigen weiterleiten. Sie können auch die jährliche Aktion für die Anschaffung neuerer und geeigneterer Geräte, Werkzeuge und Ausstattungsteile finanziell unterstützen. Sprechen Sie uns oder Frank Berlin an. Die nächste aktion zur Bekämpfung der Herkulesstaude soll voraussichtlich Mitte Mai 2017 stattfinden.

Weitere Informationen zur Herkulesstaude

Der Übeltäter Nr. 1!

Der Übeltäter Nr. 1!

Die Riesen-Bärenklau stammt aus dem Kaukasus. Sie wurde nach Europa durch Menschen eingeführt, die der Pflanze einen wirtschaftlichen Nutzen unterstellten. Die Herkulesstaude lebte sich prächtig ein und gedeiht mittlerweile an Straßenrändern, an Ufern und auf Brachen. Eine Dolde einer einzige Pflanze kann bis zu 80.000 Einzelblüten enthalten und dementsprechen fast so viel Samen produzieren. Die Samen verbreiten sich mit dem Wind dem Strom der Gewässer und durch Tiere über Hunderte von Metern.

Die Herkulesstaude kann im ausgewachsenen Zustand bis zu 3 Meter hoch werden. Die Blätter sind charakteristisch tief eingeschnitten mit Spitzen. Diese haben in der Regeln eine Länge von 1 Meter, können aber mit Stiel ebenfalls eine Länge von 3 Metern betragen. Die Herkulesstaude kann leicht mit der harmlosen Wiesen-Bärenklau verwechselt werden. Letztere wird jedoch nur ca. 130 cm hoch und hat weniger stark eingeschnittene Laubblätter. Außerdem weist die gefährliche Herkulesstaude – im Gegensatz zur Wiesen-Bärenklau – glatte und gefleckte Stängel.

Nun sollte für Sie keine Gefahr entstehen. Wenn Sie sich eingehender mit dem Thema beschäftigen möchten, gibt es unter diesem Link einen hervorragenden Leitfaden. Und sollten Sie neue Pflanzen entdecken, meiden Sie unbedingt die Stelle.

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